Blog15. Oktober 2026
Ein Blick in die Zukunft Münchens
Im Fokus: Der vierte thematische Cluster der Munich Climate Week 2026

Jede Klimageschichte braucht ein nächstes Kapitel, und in diesem Cluster fängt München an, es zu schreiben. Im letzten thematischen Cluster unserer Blogserie stellen wir uns die Frage: Wie könnte die Stadt von morgen aussehen, schmecken und sich anfühlen? Die Antworten kommen aus drei Ecken, die sich selten eine Bühne teilen: vom Küchentisch, aus dem Labor und aus der Kulturszene.
Ernährung & Landwirtschaft, Innovation & Technologie sowie Kunst & Community-Engagement bilden diesen Cluster, und jedes Thema füllt aus, was die anderen offenlassen. Neue Ernährungssysteme brauchen Technologie, um zu wachsen. Technologie braucht Gemeinschaften, die ihr vertrauen. Und Gemeinschaften brauchen etwas Greifbares, hinter dem sie sich versammeln können. Zusammen machen die drei aus Klimaschutz keine To-do-Liste, sondern eine Einladung.
Warum dieser Cluster wichtig ist—besonders in München
München will bis 2035 klimaneutral werden, zehn Jahre vor dem Bundesziel 2045. Dafür reicht es nicht, Emissionen zu senken: Es braucht neue Ideen, neue Gewohnheiten und Menschen, die Lust haben, mitzumachen. Genau darum geht es in diesem Cluster:
Ernährung & Landwirtschaft stellt den Teller ins Zentrum des Klimaschutzes. Was wir anbauen, wie wir es anbauen und was im Müll landet, prägt Emissionen und Artenvielfalt. Das Thema reicht von einer Landwirtschaft, die mit der Natur arbeitet, über Vertical Farming und Lebensmittelverschwendung bis zu den Ernährungsweisen von morgen.
Innovation & Technologie ist der Ort, an dem aus Ideen Prototypen und Produkte werden. Mit seinen Universitäten, Investor:innen und seiner Startup-Szene ist München ein natürliches Zuhause für Climate Tech, von KI-gestützten Nachhaltigkeitstools bis zur Fusionsenergie für die längere Sicht.
Kunst & Community-Engagement macht Klimathemen erlebbar und zum Mitmachen. Filme, Lesungen, Workshops und Nachbarschaftsprojekte erreichen Menschen, die eine Podiumsdiskussion nie erreicht, und machen aus Bewusstsein einen ersten kleinen Schritt.
Am besten funktionieren die drei im Team. Eine Vertical Farm verändert nur dann Gewohnheiten, wenn Menschen essen wollen, was dort wächst. Eine clevere Technologie setzt sich nur durch, wenn die Gemeinschaft um sie herum ihr vertraut. Und eine gute Geschichte hält nur, wenn es etwas Echtes gibt, auf das sie zeigen kann.
München arbeitet bereits daran
Ein Blick auf die Partner und Gastgebenden der Munich Climate Week zeigt: Dieser Cluster ist kein reines Gesprächsthema, denn Organisationen in der ganzen Stadt arbeiten längst an dem, was als Nächstes kommt.
Ernährung & Landwirtschaft: Das Familienunternehmen HiPP, Bio-Pionier der Lebensmittelbranche, betreibt einen Musterhof für biologische Vielfalt und zeigt, wie klimafreundliche Landwirtschaft im Alltag funktionieren kann, während Too Good To Go Menschen mit überschüssigen Lebensmitteln zusammenbringt, damit sie nicht im Müll landen.
Innovation & Technologie: Proxima Fusion, ein Fusionsenergie-Unternehmen aus München, arbeitet an Fusionskraftwerken für eine langfristige Energieversorgung und zeigt damit, wie sich die Forschungs- und Ingenieurstärke der Stadt für Climate Tech nutzen lässt. Tanso, ein Anbieter von Nachhaltigkeitssoftware, hilft Unternehmen dabei, ihre CO₂-Emissionen zu erfassen und zu steuern, und zeigt, wie digitale Werkzeuge Klimadaten in Handeln übersetzen.
Kunst & Community-Engagement: ClimateFresk erklärt Klimawissenschaft in gemeinsamen Workshops, die Münchner Gruppe der Omas for Future bringt Klimaschutz in die Nachbarschaft, und der Urbane Waldgarten München e.V. baut einen gemeinschaftlichen Waldgarten in der Stadt auf.
Worauf du im Programm achten solltest
Das Programm der Munich Climate Week ist online, und dieser Cluster steckt voller Sessions, die Zukunft greifbar machen. Unter Ernährung & Landwirtschaft lohnen sich „Shaping Tomorrow: Climate Innovation and the Future of Food Security“ (19. Oktober), „Homegrown: How Vertical Farming Could Change the Way We Eat“ (20. Oktober) und das „Too Good To Go Potluck-Picknick“ im Englischen Garten (19. Oktober) sowie „Biodiversität und Klimaresilienz in der landwirtschaftlichen Praxis: Besuch auf dem HiPP Musterhof“ (22. Oktober).
Unter Innovation & Technologie lädt „Building the Baseload: an engineering evening at Proxima Fusion“ (22. Oktober) dazu ein, die Fusionstechnik aus der Nähe zu erleben, und „Next Level of Climate Tech Vol. IV – Munich Climate Week Edition“ (23. Oktober) zeigt, wohin sich Climate Tech in München entwickelt.
Für Kunst & Community-Engagement lohnen sich der mehrsprachige „Climate Fresk of Nations“ (24. Oktober, Altes Rathaus) und „Lesung von Luisa Neubauer: Was wäre, wenn wir mutig sind?“ (21. Oktober), während „Crocheting for Biodiversity“ (21. Oktober) beweist, dass Klimaschutz zum Anfassen und Mitmachen sein kann. Das vollständige Programm mit allen Terminen, Orten und Anmeldeinfos findest du auf der offiziellen Programmseite.
Die aktuelle Partnerliste findest du auf der Partnerseite der Munich Climate Week und der offiziellen Website.
Das große Ganze
Das Besondere an diesem Cluster: Er behandelt die Zukunft als etwas, das man gemeinsam baut, statt sie nur vorherzusagen. Essen, Technologie und Kultur werden meist in getrennten Räumen besprochen, doch hier treffen sie aufeinander: der Hof und das Startup, das Labor und die Nachbarschaft, die Filmvorführung und die Forschung. Wenn sie sich einen Cluster teilen, verschiebt sich die Frage von „Was wird mit uns passieren?“ zu „Was wünschen wir uns, das passiert?“
Auch die Mischung der Gastgebenden, vom Familienunternehmen über Investor:innen und Startups bis zu ehrenamtlichen Gruppen, ist ein gutes Zeichen. Sie zeigt, dass Vorstellungskraft nicht mehr nur wenigen Fachleuten überlassen wird und dass München die Universitäten, Unternehmen und Gemeinschaftsenergie hat, um aus Ideen Dinge zu machen, die man schmecken, testen und mitgestalten kann. Zusammengenommen liest sich das wie die erste Skizze einer Stadt, die nicht nur auf den Klimawandel reagiert, sondern gestaltet, was als Nächstes kommt.